3-Buchten-Törn 2021 – Bericht von Konrad Bauersachs

Wer kommt noch aufs Treppchen?

Der Drei-Buchten-Törn des SCBC 2021 (Bericht von Konrad Bauersachs)

Ich will die Spannung nicht unnötig erhöhen, deswegen schiebe ich mein Lieblingsthema Wind nach hinten und beginne mit dem eigentlichen Sinn jeder Regatta, dem Endergebnis:
Nach dem Weitseerennerts des WVF war die Chiemseemeisterschaft 2021 eigentlich schon gelau­fen, der Chiemseemeister Frank Eisheuer (mit Skippi) stand bereits uneinholbar fest auf dem Podest (der Reim ist Zu­fall) und musste als schlechteste Ergebnisse sogar einen zweiten und dritten Platz streichen – welch Luxusproblem; die meisten Teilnehmer wären froh über einen zweiten oder drit­ten Platz. Trotzdem waren 73 Boote gestartet, die den Kampf um die Plätze zwei und drei spannend machen wollten; gesucht wurden ja noch die zwei Kandidaten fürs Treppchen. Robert Egner und Peter Wernsdörfer schienen für Platz 2 und 3 gesetzt, da schiebt sich am Ende überraschend Otten­jann (J 80 – Team 1493) mit 55 Streichpunkten an Daxenberger (Platz 5) und Wernsdörfer (Platz 4) vorbei auf den dritten Platz hinter Robert Egner. Mit einem ersten Platz beim 3-Buchten-Törn hätte Wernsdörfer so­gar noch den zweiten Platz in der Gesamtwertung erreichen können. Das zeigt, wie knapp es in die­sem Jahr bei der Chiemseemeisterschaft zuging: Den ersten Platz trennten vom fünf­ten Platz der Gesamtwertung ge­rade mal 2 Punkte.
Für weitere Hätte–Wenn–Gedankenspiele findet ihr die komplette Ergebnisliste des 3-BT hier http://www.sail-fast-live-safe.de/, die vollständige Tabelle aller sieben Wett­fahrten unter https://chiemsee-meisterschaft.de/ergebnisse/ , letztere wie immer auch diesmal schnell und zuver­lässig zusammenge­stellt von Agathon König. Vielen Dank dafür!
Eng mit der Gesamtwertung hängt natürlich mein Lieblingsthema „Wind“ zusammen. Richtig Windglück hatte in diesem Jahr der SCPC ge­folgt vom CYC, gar kein Glück (oder keinen Wind) hatte der SRV bei der Hafentrophy.

Dazwischen blies es bei den anderen Vereinen auf niedrigem Niveau mal up, mal down, vorwiegend down und auch der SCBC hatte dieses Jahr nicht das Windglück des Vorjahres: Damals wurde nach dem Runden der Boje 1 aus einen sanften Lüfterl ein flotter Dreier, der den Teilnehmern zügig über den ganzen Kurs half.
Ganz anders in diesem Jahr: Dunkle Wolken beim Start ließen Hoffnung auf passa­blen Wind aufkommen, doch schon die Strecke bis zum Gate zwischen Frauen- und Krautinsel war geprägt von ständigen Winddrehern, Flautenlöchern und natürlich überraschenden Positions­wechseln. Der Weg zur Boje 1 hatte was von Kurswahl-Roulette: Die Führenden zogen nach dem Runden ihre Riesen – Spi- und Gennaker und waren auf und davon, die weniger groß betuchten ver­teilten sich flächig zwischen Fraueninsel und Boje, kamen dann aber doch wieder zusammen und machten sich auf den zunehmend mühsamer werdenden Weg die Herreninsel entlang.
Nach der Boje 1 wurde aus einem fast Halbwindkurs Richtung Westen erst ein Raum- und dann ein Vorwindkurs, wobei die schlaff hängenden Spis und Gennaker der Bezeichnung „Vor­wind“ oder „Wind“ überhaupt Hohn spra­chen. Erst auf halber Strecke zur SW-Ecke der Herreninsel kam tatsächlich ein Wind­hauch auf.
Gut für die Spi-Segler, weil exakt von hinten, schlecht für die Gennaker-Segler, die entweder weiter mit hängendem Gen vor­wärts standen oder sich unter vollem Gen auf den weiten Um­weg Richtung Autobahn und Rasthaus machen muss­ten, derweil die Boote unter Spi davonzo­gen. Große Freu­de dann an der Boje 2: Bahnabkürzung und Zieleinlauf, noch grö­ßere Freude über das Proviantpa­ckerl, mit dem beim Heimwärtss­chlepp nach Seebruck die Regatta einen versöhnlichen Aus­klang fand. Sechs Teilnehmer haben vorzeitig das Handtuch ge­worfen (DNF), einer hat sich rechtzeitig den „Wind“ angeschaut und ist dann gar nicht erst gestartet (DNS)
Einer der ganz wenigen Teilnehmer, die ohne fremde Hilfe auf eigenem Kiel bzw Schwert nach Hause kamen, war Stephan Lindner auf seiner 10m² Rennjolle – hier vor Gstadt. Respekt !

Warum machen es eigentlich die ausrichtenden Vereine der Chiemseemeisterschaft nicht wie die Wintersportorte und schließen (analog zur Schneeversicherung) eine Windversicherung ab? Die Meldegebühren müssten natürlich geringfügig erhöht werden, vielleicht hat aber einer der Teilneh­mer einen guten Draht zur Versicherungsbranche und kann die MunichRe für dieses Vorhaben als Großsponsor gewin­nen? Da gäb‘s sicher noch einen Satz Segel obendrauf für die Teilnehmer an al­len sieben Durchgängen !
Herzlichen Dank den fleißigen Helfern des SCBC auf dem Wasser, den Organisatoren an Land und für die „lebensrettende“ Brotzeittasche. Vielleicht wird es ja nächstes Jahr wieder eine Abendveran­staltung am Hafen geben können; momentan hätten wir wegen des Wasserstands alle nasse Füße be­kommen.
So bleibt uns Seglern, diese Chiemseemeisterschaft – Saison 2021 abzuhaken in der Hoffnung auf eine windigere Regattasaison im nächsten Jahr, die mehr vom seglerischen Können und Taktik lebt als von windigen Zufällen.
Und wenn der Klimawandel mal sagt, Expertenmeinungen interessierten ihn nicht und es wird im Winter mal knackig kalt, könnten wir auf dem Dümmer unseren Hobby nachgehen. Let‘s fetz!

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